Service-Navigation

Suchfunktion

Warndienst Nr. 01

Datum: 19.03.2020



Bearbeitung von Zwischenfrüchten

Nun kommt es darauf an, Rückstände von Glyphosat in Honig zu vermeiden

Aufgrund des milden Winters sind verbreitet viele Winterzwischenfrüchte, insbesondere Senf und Phacelia, nicht abgefroren. Bei den vorhergesagten Temperaturen werden die Zwischenfrüchte bald zu blühen beginnen. Es muss deshalb damit gerechnet werden, dass Honigbienen, auch aus großer Entfernung, in die Zwischenfrüchte fliegen, um Pollen und Nektar zu sammeln.

Nach einer Behandlung mit Glyphosat-Mitteln sterben die Pflanzen langsam ab. Deshalb können abgespritzte blühende Bestände noch mehrere Tage von Bienen besucht werden. In den vergangenen Jahren wurde nach Behandlung blühender Bestände mit Glyphosat-Mitteln der Wirkstoff im Honig nachgewiesen. Die Rückstände lagen sogar über der zulässigen Rückstandshöchstmenge, so dass der Honig nicht mehr vermarktet werden konnte.

Um Rückstände von Glyphosat im Honig zu vermeiden, müssen in blühenden Winterzwischenfrüchten Behandlungen mit Glyphosat-Mitteln durch mechanische Maßnahmen ersetzt werden!!

Wenn ein hoher Besatz an Wurzelunkräutern den Einsatz eines Glyphosat-Mittels erforderlich macht, sind die blühenden Zwischenfrüchte zuvor abzuschlegeln.



Raps-Insektizide

Aufgrund des künftigen Wegfalls von wichtigen Insektiziden wird der Schutz von Nützlingen gegen Schadinsekten immer wichtiger. Bei einem Insektizideinsatz werden neben den Zielorganismen auch Nützlinge mit abgetötet, die später insbesondere das Auftreten von Rapsglanzkäfern reduzieren können. Lassen Sie daher eine Fahrgasse am Rand, insbesondere entlang von Hecken oder Waldrändern aus. Diese unbehandelten Flächen dienen den Nützlingen als Rückzugsorte und von dort aus kann dann nach der Insektizidbehandlung eine Wiederbesiedlung der Fläche erfolgen.


Seit gestern sind die Schadschwellen in den Gelbschalen in Apfelstetten und in Erpfingen beim gefleckten Stängelrüssler überschritten. Die Schadschwellen bei den Rapsschädlingen sind folgende:

gefleckter Kohltriebrüssler:       30 Käfer pro Gelbschale in 3 Tagen

großer Rapsstängelrüssler:       10 Käfer pro Gelbschale in 3 Tagen

Rapsglanzkäfer:                       8 - 10 Käfer pro Pflanze



Versuche haben gezeigt, dass eine Rüsslerbekämpfung wirtschaftlich war. Anderst als wie in den vergangene beiden Jahren kann in diesem Jahr der Zuflug zeitnah bekämpft werden, da die Flächen nun befahrbar sind.

Aufgrund der sehr unterschiedlichen räumlichen Gegebenheiten im Kreis sollte eine Bekämpfung aufgrund der Fänge in den eigenen Gelbschalen erfolgen, wenn die oben genannten Schadschwellen überschritten sind.

Um ungwollte Beifänge von Insekten zu vermeiden, legen Sie bitte ein Gitter auf die Gelbschalen.

Rapsglanzkäfer sind nun ebenfalls in den Gelbschalen zu finden. Jedoch sind hier nicht die Fänge in den Gelbschalen entscheidend, sondern die Anzahl der Glanzkäfer je Knospe. Bislang sind in den meisten Beständen noch keine Glanzkäfer in den Knospen zu finden. Dies kann jedoch auf den einzelnen Schlägen unterschiedlich sein, daher dies bitte vor der Behandlung prüfen.



Wenn ausschließlich Rüssler bekämpft werden müssen, sollten wie in den Vorjahren auch Pyrethroide der Klasse II zum Einsatz kommen. Möglich sind:

75 ml/ha Karate Zeon oder

150 g/ha Hunter oder

150 g/ha Lambda WG oder

80 ml/ha Nexide oder

75 ml/ha Sparviero

Die genannte Mittel haben alle im Soloeinsatz eine B4-Einstufung und sind somit bienenungefährlich. Zwar blühen noch keine Rapspflanzen, jedoch sind bereits blühende Unkräuter wie der Ehrenpreis anzutreffen. Bienengefährliche Mittel mit der Einstufung B1 dürfen bereits beim ersten blühenden Unkraut auf dem zu behandelnden Schlag nicht mehr eingesetzt werden!

Achtung: Bei der Mischung von B4-Insektiziden mit einem B4-Fungzid kann die Mischung auf B2 oder B1 umgestuft werden! Bei einer Mischung bitte die Mischtabelle im Heft "Integrierter Pflanzenschutz 2020" auf Seite 62 sowie die Gebrauchsanleitungen der einzelnen Pflanzenschutzmittel beachten.

Bei Bienenschäden durch den falschen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln haftet immer der Anwender!



Bulldock (B2-Auflage), hat keine Zulassungsverlängerung erhalten und kann gegen Rüssler noch bis 30.06.2021 mit 300 ml/ha aufgebraucht werden.



Sollte bei den Rapsglanzkäfern die oben genannte Schadschwelle an den Knospen überschritten sein, dann 200 ml/ha Trebon 30 EC einsetzen. Achtung, dieses Mittel hat eine B2-Auflage. Das heißt, dass eine Behandlung nur nach dem Ende des täglichen Bienenfluges bis 23.00 Uhr durchgeführt werden darf.



Bei einer Überfahrt mit einem Insektizid sollte auch Bor eingesetzt werden. Insgesamt sollten incl. einer bereits vorhandenen Herbst-Bordüngung 300 g/ha reines Bor je Bestand eingesetzt werden.



Raps-Herbizide

Alle Herbizide im Frühjahr haben nur eine Zulassung, solange die Knospen noch von den Blättern umschlossen sind, da zu einem späteren Zeitpunkt Schäden entstehen können.

Mit Korvetto (Effigo etwas weniger verträglich) kann im Frühjahr eine Bekämpfung gegen Klettenlabkraut, Kamille, Disteln (10 cm - 15 cm hoch) u.v.m. mit 1,0 l/ha durchgeführt werden. Zulassungsende von Korvetto ist der 30.04.2020.



Keine Herbizidanwendung bei angekündigten Nachtfrösten.



Wintergerste

Wenn im Herbst keine Ackerfuchsschwanzbekämpfung durchgeführt wurde und Fuchsschwanz vorhanden ist, kann dieser nur noch mit 1,2 l/ha Axial 50 behandelt werden. Hierbei ist zu beachten, dass es bereits Minderwirkungen bei Axial 50 gegen den Ackerfuchsschwanz gibt. Daher sollte dieses Mittel generell ausschließlich in der Gerste eingesetzt werden. Wenn möglich sollte im nächsten Herbst, wenn die erforderlichen Anwendungsbedingungen gegeben sind, eine Ackerfuchsschwanzbekämfpung gleich nach dem Auflaufen der Bestände durchgefürhrt werden!

Achtung: keine Atlantis-Anwendung in der Gerste!



Keine Herbizidanwendung bei angekündigten Nachtfrösten.



Winterweizen, Roggen, Dinkel, Wintertriticale

Wenn Ackerfuchsschwanz vorhanden ist, kann dieser nun mit 200 g/ha Atlantis Flex + 0,6 l/ha Biopower oder mit 220 g/ha Broadway + 1,0 l/ha Netzmittel behandelt werden.

Broadway deckt alle breitblättrigen Unkräuter mit ab; bei Atlantis Flex muss noch gegen breitblättrige Unkräuter eine weitere Behandlung erfolgen.

Sollten noch Restbestände von Atlantis WG vorhanden sein, sollte dieses nun aufgebraucht werden.



Keine Herbizidanwendung bei angekündigten Nachtfrösten.



Düngung

Denken Sie bitte daran, dass die Düngebedarfsberechnungen je Kultur für Stickstoff und Phospaht mit gleicher Vorfrucht, gleichem Boden und gleicher Düngung im Vorjahr nun erstellt sein müssen. Zudem muss bis 31.03.2020 der Nährstoffvergleich für das Jahr 2019 erstellt werden.

Bitte beachten Sie auch, dass auf bestelltem Ackerland seit diesem Jahr Gülle und flüssige Gärreste nur noch bodennah ausgebracht werden dürfen.

Zu den Ausnahmen und der Antragstellung der Ausnahmegenehmigung lesen Sie bitte die Hinweise unter der Rubrik "Düngung".



Spritzen-TÜV

Bitte überprüen Sie Ihre Feldspritze, ob diese noch TÜV hat. Dieser ist alle drei Jahre durchzuführen.

Fußleiste