Warndienst Nr. 10

Datum: 30.10.2020

Wintergerste - Herbizide

Die Wintergerste sollte nun mit einem Bodenherbizid behandelt worden sein. Eine Behandlung ist jetzt nur noch in spät gesäten Wintergersten sinnvoll, wenn der Ackerfuchsschwanz nicht größer als wie im 1-Blattstadium ist. Ansonsten ist die Wirkstoffmenge nicht mehr aussreichend für eine effektive Bekämpfung des Fuchschwanzes.

Sollte keine Behandlung durchgeführt worden sein oder der Fuchsschwanzdruck noch immer sehr hoch sein, dann kann nur noch eine Behandlung mit 1,2 l/ha Axial 50 durchgeführt werden. Axial 50 ist rein blattaktiv, somit müssen die meisten Fuchsschwanzpflanzen aufgelaufen sein und die Fuchsschwanzpflanzen komplett abgetrocknet sein!

Beachten Sie, dass es bereits größere Resistenzen von Ackerfuchsschwanz gegenüber Axial 50 gibt. Daher sollte der Einsatz von Axial 50 in Wintergerste nicht vorbeugend erfolgen, sondern nur, wenn der Druck entsprechend hoch ist. Neue Wirkstoffe gegen den Ackerfuchsschwanz sind weiterhin nicht in Sicht.

Der richtige Einsatzzeitpunkt ist ca. Anfang Dezember (sogenannte Nikolausspritzung). Zu diesem Zeitpunkt sind die meisten Fuchsschwanzpflanzen aufgelaufen und die Umgebungstemperaturen recht niedrig. Dadurch läuft die Entgiftung der Ackerfuchsschwanzpflanze nach der Applikation geringer als wie dies im Oktober der Fall ist. Allerdings sollte es 2-3 Tage keine Nachtfröste nach der Andwendung geben!

Achten Sie auch auf Ihre Feldspritze, damit diese durch zwischenzeitlich auftretende Nachtfröste keinen Schaden nimmt!


Winterweizen - Herbizide

Die meisten Bestände sind witterungsbedingt in diesem Jahr spät gesät worden, viele Flächen wurden letzte Woche gesät.

Vom Vorauflauf bis zum Sichtbarwerden der Fahrgassen sollten nun aus Resistenzgründen Bodenherbizide eingesetzt werden. Möglich sind:

0,6 l/ha Herold oder

0,6 l/ha Herold + 2,5 l/ha Boxer (verstärkte Ackerfuchsschwanzwirkung) oder

2,5 l/ha Boxer + 0,5 l/ha Cadou SC + 2,5 l/ha Addition oder

4,0 l/ha Malibu oder

0,5 l/ha Cadou SC + 1,5 l/ha Agolin


Nach der Herbizidanwendung sollten 2-3 frostfreie Tage und Nächte folgen, ansonsten kann es zu Ausdünnungen der Bestände kommen!


Wintertriticale - Herbizide

Auch die Tritcale wurde oftmals später gesät. Daher hier ebenfalls eine Behandlung bis zum Sichtbarwerden der Fahrgassen durchführen (bzw. bis der Fuchsschwanz das Einblattstadium erreicht hat.

Möglich sind:

0,5 l/ha Herold oder

2,5 l/ha Boxer + 0,5 l/ha Cadou SC + 2,5 l/ha Addition oder

4,0 l/ha Malibu


Nach der Herbizidanwendung sollten 2-3 frostfreie Tage und Nächte folgen, ansonsten kann es zu Ausdünnungen der Bestände kommen!


Dinkel - Herbizide

Ebenfalls sollte hier die Behandlung bis zum Sichtbarwerden der Fahrgassen erfolgen.

In Dinkel ist 0,5 l/ha Herold zugelassen.

Nach der Herbizidanwendung sollten 2-3 frostfreie Tage und Nächte folgen, ansonsten kann es zu Ausdünnungen der Bestände kommen!


Winterraps - Herbizide

Gegen resistenten Ackerfuchsschwanz sollte unbedingt im Raps das Mittel Kerb Flo eingesetzt werden. Der Wirkstoff findet in keiner anderen Kultur Einsatz, daher ist die Resistenzgefahr bei diesem Produkt bislang sehr gering.

Eingesetzt werden 1,9 l/ha Kerb Flo. Wichtig ist, dass die Bodentemperatur nicht höher als 7 C° liegen sollte. Ansonsten zersetzen Mikroorganismen im Boden den Wirkstoff zu rasch. Daher sollte der Einsatz je nach Witterung ca. Mitte bis Ende November erfolgen. Da es sich um ein Bodenherbizid handelt, müssen die Bestände bei der Überfahrt nicht trocken sein.

Kerb Flo kann auch auf gefrorenem, jedoch schneefreiem Boden ausgebracht werden. Die volle Wirkung setzt erst im Frühjahr bei wieder steigenden Temperaturen ein. Allerdings gibt es Minderwirkungen, wenn die Ackerfuchsschwanzpflanzen bei der Anwendung bereits bestockt sind.

 

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