Warndienst Nr. 09


Winterraps - Herbizide

Für die Aussaat und die Wirkung der Bodenherbizide sollte das Saatbeet fein und ohne Strohreste sein. Strohreste und klutige Saatbeete verstärken zudem den Mäuse- und Schneckenbefall.

Die Vorauflaufherbizide benötigen Feuchtigkeit. Daher die Anwendung rasch nach der Saat durchführen und möglichst nicht in der Mittagszeit eine Behandlung durchführen.

Ein Einsatz von chlomazonehaltigen Rapsherbiziden ist aufgrund der Auflagen eher schwierig.

So muss der Anwender bis 1 Monat nach der Anwendung die Anwendungsfläche im Umkreis von 100 m auf Blattaufhellungen überprüfen; bei Vorkommen müssen Landwirtschaftsamt und Zulassungsinhaber darfüber aufgeklärt werden (NT 149).

Auf Anwendungsplan müssen Aussaatzeitpunkt+Spritztermin festhalten werden, dieser Plan ist ständig zu Kontrollzwecken mitzuführen (NT 152).

Abstand von 50 m zu Ortschaften, Haus- und Kleingärten, Gemüse-, Beerenobstflächen und Flächen der Allgemeinheit sind einzuhalten. Zudem sind zu Getreide- Raps-, Maisflächen und abgeernteten Stoppelfeldern mindestens 5 m Abstand einzuhalten (NT 155).

Neben diesen Auflagen sind weitere einzuhalten. Daher ist bei uns nur eine chlomazonefreie Anwendung zu empfehlen.

2,5 l/ha Butisan Gold oder

1,3 l/ha Fuego Top + 0,6 l/ha Tanaris

Seit den hohen Chlomazoneauflagen wird hauptsächlich der Wirkstoff Metazachlor eingesetzt. Dieser befindet sich unter anderem in Butisan Gold, Fuego Top, Butisan Top, Butisan Kombi und anderen. Jedoch wurden bereits Abbauprodukte von Metazachlor im Grundwasser gefunden. Daher steht dieser Wirkstoff seitens der Zulassungsbehörden unter Beobachtung. Die Empfehlung ist daher, nicht mehr als 500 g/ha Metazachlor einzusetzen. Mit 2,5 l/ha Butisan Gold wird diese kritische Grenze nicht überschritten.

Das neue Produkt Belkar ist eine metazachlorfreie Alternative

Dieses Produkt wird im Nachauflauf im Zweiblattstadium mit 0,25 l/ha Belkar + 0,25 l/ha Synero 30 SC. Eine Nachbehandlung mit 0,25 l/ha Belkar ist oftmals erforderlich, dies wird idealerweise im Sechsblattstadium durchgeführt, jedoch mindestens zwei Wochen nach der ersten Applikation!


Raps - Schnecken

Legen Sie gleich nach Der Saat einen Sack oder Brett auf die Fläche und kontrollieren Sie diese Stelle laufend auf Schneckenbesatz. In diesem Jahr ist mit einem erhöhten Schneckenbesatz zu rechnen. Bedenken Sie bitte, dass seit diesem Jahr Schneckenkornstreuer auch einen TÜV benötigen!

Seit einiger Zeit gibt es die Auflage NT 116. Diese sagt aus, dass kein Schneckenkorn auf Nachbarflächen wie Hecken, Waldränder etc. gelangen darf. Ausgenommen hiervon sind landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Da Schnecken vor allem an den Rändern auftreten, ist eine randscharfe Behandlung dieser bei angrenzenden nichtlandwirtschaftlichen Flächen, nur noch durch die Ausbringung von Hand möglich.

Mögliche Mittel sind:

5 kg/ha Metarex Inov oder

7 kg/ha Limares Techno oder

3 kg/ha Delicia Schnecken-Linsen oder

3 kg/ha InnoProtect Schneckenkorn oder

6 kg/ha Arinex oder

7 kg/ha Axcela und andere

Neben den genannten Produkten mit dem Wirkstoff Metaldehyd ist auch der Wirkstoff Eisen-III-Phosphat zur Schneckenbekämpfung verfügbar. Falls der Wirkstoff Metaldehyd längerfristig wegfallen sollte, könnte weiterhin eine Schneckenbekämpfung durchgeführt werden.

Produkte mit dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat haben zum Teil auch eine Zulassung für den Ökologischen Landbau.

Möglich sind:

6 kg/ha Ferrex oder

7 kg/ha Ironmax Pro oder

7 kg/ha Sluxx HP

Die maximal zugelassene Anwendungshäufigkeit des Produktes entnehmen Sie der Gebrauchsanleitung.


Winterraps - Insektizde

Stellen Sie gleich nach der Saat Gelbschalen auf. Seit dem Verlust der insektiziden Beizen muss der Befall von Erdflöhen und Rüsslern kontrolliert werden.

Die Schadschwelle liegt bei 10% zerstörter Blattfläche der Rapspflanzen im Keimblattstadium oder 75 Rapserdflöhen je Gelbschale in drei Wochen. In den letzten Jahren wurden diese Schadschwellen jedoch kaum überschritten.

Letztes Jahr hatten wir einen Fall mit Schwarzem Kohltriebrüssler. Das Auftreten dieses Käfers wurde erst im Frühjahr festgestellt. Der Schaden auf dem betroffenen Schlag war hoch. Daher sollte dieser Käfer zusätzlich im Herbst beachtet werden. Schadschwellen zur Bekämpfung sind nicht vorhanden. Daher beim Auftreten des ersten Exemplares eine Behandlung durchführen.

Gegen Erdfloh oder Schwarzen Kohltriebrüssler ein Pyrethroid einsetzen.

Aus den nördlichen Bundesländern sind bereits erste Resistenzen von Rapserdflöhen gegen Pyrethroide aufgetreten. Daher nur eine Behandlung, wenn die Schadschwellen beim Erdfloh überschritten sind. Es wird auf absehbare Zeit keine alternativen Insektizide als Ersatz für die Pyrethroide geben!

Nützlinge helfen uns, die wichtigsten Rapsschädlinge in Schach zu halten. Daher sollten Sie bei einer Insektizidbehandlung an den Rändern des Schlages, insbesondere an Hecken, Biotopen, Waldrändern zumindest eine Teilbreite, bei größeren Schlägen die äußerste Fahrgasse nicht behandeln. Damit wird ein Wiederbesiedeln der Nützlinge auf der behandelten Fläche begünstigt.


Raps- Gräserbekämpfung

Wenn der Bestand sich etabliert hat, sollte zeitnah eine Bekämpfung des Ausfallgetreides und des Ackerfuchsschwanzes erfolgen.

Gegen Ausfallgetreide möglich sind:

1,0 l/ha Agil-S oder

1,5 l/ha Focus Ultra + 1,5 l/ha Dash E.C oder

1,0 l/ha Fusilade Max und andere.

In den landesweiten Resistenztests bei Ackerfuchsschwanz gibt es bislang noch keine Resistenzen bei dem Produkt Select.

Daher sollte bei der Gräserbekämpfung, wenn gleichzeitig Ackerfuchsschwanz bekämpft werden soll 0,5 l/ha Select 240 EC + 1,0 l/ha Radiamix eingesetzt werden.

Das Produkt Crawler kann noch bis zum 26.12.2022 eingesetzt werden. Daher dieses nun aufbrauchen.


Ackerwindenbekämpfung

Eine Windenbekämpfung erfolgt am besten jetzt auf Getreide- oder Rapsstoppelfeldern. Die feuchten Bedingungen sind recht günstig für eine Bekämpfung. Hierfür sollte das Stroh geräumt oder sehr kurz gehäckselt werden, um einen guten Behandlungserfolg zu erzielen und keine Bodenbearbeitung vor der Anwendung durchgeführt werden. Bis Anwendung warten, bis die Winde eine Trieblänge von mindestens 20 cm, besser 50 cm aufweist. Zugelassen sind Starane XL oder Kyleo. Nach der Anwendung eine Mindesteinwirkungsdauer von 6 Wochen abwarten und erst dann eine Bodenbearbeitung durchführen (Winden müssen braun/schwarz werden).

Achtung: Keine Anwendung, wenn danach Raps oder Zwischenfrüchte auf der Fläche ausgesät werden sollen. Ansonsten kann es zu Schädigungen kommen!


Fruchtfolgeplanung

Insbesondere wenn eine FAKT-Verpflichtung zur Fünfgliedrigen Fruchtfolge besteht, sollte nun die Fruchtfolgeplanung für das nächste Jahr durchgeführt werden. Aber auch, um die Greeningverpflichtungen für 2022 einzuhalten, empfiehlt sich nun die Fruchtfolge zu planen.

Achtung: nach FAKT-Fünfgliedriger Fruchtfolge oder ÖVF müssen nach Leguminosen Winterungen oder eine Zwischenfrucht angebaut werden!



Stoppelbearbeitung nach Raps und Getreide

Nach der Getreideernte sollte schnellstens eine flache Stoppelbearbeitung durchgeführt werden. Dies fördert das Auflaufen von Ausfallgetreide und Unkrautsamen. Tieferes Einarbeiten kann zum Vergraben und Konservieren der Samen führen.
Wenn nach dem Rapsdreschen Niederschläge in Aussicht sind, dann mit der Bodenbearbeitung warten bis ein großer Teil des Ausfallrapses aufgelaufen ist. Sollte kein Regen in Aussicht sein, eine ganz flache Bodenbearbeitung durchführen. Eine tiefe Einarbeitung fördert die Keimruhe, dadurch bleiben die Rapssamen über Jahre im Boden keimfähig und es kann in den Folgejahren Probleme mit Durchwuchsraps geben.


Zwischenfruchtanbau

Der Anbau von Zwischenfrüchten ist eine gute Möglichkeit, den Stickstoff im Boden zu halten. Zusätzlich sind Zwischenfrüchte auch sehr gut gegen Bodenerosion bei starken Niederschlägen.
Betriebe mit intensiver Rapsfruchtfolge sollten als Begrünungspflanze auf Kreuzblütler verzichten. Leguminosen als Zwischenfrucht sind zwar teurer, liefern aber Stickstoff für die Folgekultur.
Auch Phacelia eignet für die Fruchtfolgeauflockerung sehr gut. Sie ist mit keiner anderen landwirtschaftlichen Nutzpflanze verwandt.
Für eine optimale Entwicklung der Zwischenfrucht ist eine sorgfältige Bestellung notwendig, um eine optimale Wirkung zu erzielen.
Bei den Händlern gibt es eine Vielzahl von Mischungen, um für jeden Betrieb die passende zu finden. Wenn es sich um ÖVF – Flächen oder FAKT – Begrünungen handelt, unbedingt vor dem Kauf die einzelnen Vorgaben beachten!



Kalkdüngung und Grundbodenuntersuchung

Nach der Getreideernte ist der beste Zeitpunkt für die Ausbringung von Düngekalk. Das Ergebnis der Grundbodenuntersuchung erleichtert die Entscheidung über einen Bedarf.
In der Düngeverordnung ist geregelt, dass von allen Schlägen größer als 1 ha, sowohl Acker als auch Grünland, ein Grundbodenuntersuchungsergebnis vorliegen muss. Dieses darf nicht älter als 6 Jahre sein.


 

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