Warndienst Nr. 10



Glyphosat-Änderungen

Wie Sie vielleicht in den Medien mitbekommen haben, hat der Bundestag die Pflanzenschutzanwendungsverordnung geändert. Dies hat folgende Änderungen zur Folge:

  • Verbot der Anwendung in allen Wasserschutzgebieten
  • Verbot der Spätanwendung vor der Ernte
  • Anwendung auf landwirtschaftlichen Flächen generell außerhalb der oben genannten Gebiete ist nur noch im Einzelfall zulässig, wenn andere Maßnahmen nicht geeignet sind oder zumutbar. Dies sind Maßnahmen des integrierten Pflanzenschutzes wie z.B. der Aussaattermin, die mechanische Bodenbearbeitung oder die Wahl einer geeigneten Fruchtfolge.
  • Anwendung bei Mulch- und Direktsaat bleibt zulässig, jedoch nicht in Wasserschutz- oder NaturschutzgebietenVorsaat- oder Stoppelbehandlung ist nur noch bei perennierenden Problemunkräutern oder auf Flächen der Erosionsgefährdungsklassen CCWasser und CCWind erlaubt
  • Anwendung zur Grünlanderneuerung ist nur noch erlaubt, wenn Wirtschaftlichkeit oder Tiergesundheit gefährdet sind oder die Fläche als erosionsgefährdet eingestuft ist.

Diese Änderungen gelten seit dem 08.09.2021 ohne Ausnahmen!





Für alle Flächen außerhalb von Wasserschutzgebieten gilt ab dem 01.01.2024  ein vollständiges Glyphosat-Verbot, wenn es dazu zukünftig keine andere EU-Entscheidung gibt.



Achtung: Im Haus- und Kleingarten-Bereich sowie auf Flächen der Allgemeinheit gilt dieses Verbot ab sofort, jedoch nur soweit Zulassungen/Genehmigungen für diese Bereiche dem nicht entgegenstehen.



Änderungen in Naturschutzgebiete und Nationalparks, Naturdenkmälern, gesetzlich geschützte Biotope gemäß § 30 BNatschG

In Naturschutzgebieten und Nationalparks, Naturdenkmälern, gesetzlich geschützte Biotope gemäß § 30 BNatschG dürfen keine Herbizide und Insektzide mit der Einstufung B1, B2 und B3 bzw. der Auflage NN410 (gefährdend für Bestäuberinsekten) mehr eingesetzt werden.



Verbot von Pflanzenschutzmitteln entlang von Gewässern

Entlang von Gewässern muss nun ein 10 m breiter Abstand bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln eingehalten werden. Ist jedoch eine ganzjährig geschlossene, begrünte Pflanzendecke vorhaden, reduziert sich der Abstand auf 5 m.

Hinweis: In Baden-Württemberg muss seit 2014 bereits ein 5m breiter Gewässerrandstreifen angelegt sein, auf welchem seither keine Pflanzenschutzmittel und Düngemittel mehr aufgebracht werden dürfen. Seit 2019 darf auf diesem Streifen auch keine ackerbauliche Nutzung mehr erfolgen.



Tipp:

Ob ihre Flächen in den genannten Gebietskategorien liegen, können Sie über die Internetanwendung FIONA (Flächeninformation und Online-Antrag) einsehen. Folgen Sie dazu diesen Weg: Anzeigen in GIS/Weltkugel/Menü öffnen/Karten/Umweltdaten bzw. Gebietskulissen für die Erosionsgefährdungsklassen.

Der vollständige Verordnungstext ist über nachfolgenden Link zu finden:

https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&start=//*[@attr_id=%27bgbl121s4111.pdf%27]#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl121s4111.pdf%27%5D__1631172396755

 

Informationen  zum Datenschutz und zum Einsatz von Cookies auf dieser  Seite finden Sie in unserer Datenschutzerklärung