Warndienst Nr. 02-2022

Raps

In unseren Gelbschalen haben wir nun teilweise Fänge über der Schadschwelle.

Ob eine Bekämpfung erforderlich ist, muss jeder Rapserzeuger aufgrund der Fänge seiner Gelbschale entscheiden. Nach IPS-Plus müssen die Gelbschalen fotografiert werden und die Ergebnisse für eine eventuelle Kontrolle aufbewahrt werden, sowie die Anzahl der Käfer in der Pflanzenschutzdokumentation aufgeschrieben werden.

 Teilweise sind auch schon Rapsglanzkäfer dabei, diese können aber aktuell auf Grund der Rapsgröße vernachlässigt werden. Erst wenn die Knospen sichtbar sind muss hier kontrolliert werden. Da der Flug regional sehr unterschiedlich ist, nun die Gelbschalen neu füllen und auf den Flächen aufstellen.


Bei IPS Plus muss auf bis 2 ha Bewirtschaftungseinheit eine Gelbschale ca. 20 m vom Feldrand entfernt aufstellen
bis 10 ha zwei Gelbschalen aufstellen und für jede weitere 10 ha eine zusätzliche Gelbschale

Schadschwellen bei den runden Gelbschalen mit Gitternetz:
Großer Rapsstängelrüssler: 5 Käfer/Gelbschale in 3 Tagen
Gefleckter Kohltriebrüssler: 15 Käfer/Gelbschale in 3 Tagen
Großen Rapsstängelrüssler (graue Farbe, 3 bis 4 mm groß)
Gefleckten Kohltriebrüssler (dunkelgrau, rotbraune Fußenden und weißlicher Punkt am Rücken). Achten Sie auf ein Gitternetz über der Gelbschale, um ungewollte Beifänge zu vermeiden.


Wintergetreide

Herbizide im Wintergetreide:

Wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, kann mit der Unkrautbekämpfung begonnen werden. Beachten sie bei dieser Wetterlage unbedingt die Luftfeuchtigkeit, Wind und die Sonneneinstrahlung. Luftfeuchte auszunutzen. Gestresste oder hochgefroren Bestände sollte noch etwas geschont werden. Hier ist ein Anwalzen der Bestände zu überdenken. Davor oder danach aber bitte keine Herbizidbehandlungen durchführen bzw. ca. eine Woche Abstand einhalten

Wintergerste

Eine Behandlung gegen Ackerfuchsschwanz muss immer im Herbst stattfinden. Im Frühjahr ist nur noch ein Notbehandlung mit 1,2 l/ha Axial 50 möglich. Achtung: wir haben bereits Resistenzen gegen Ackerfuchsschwanz bei Axial 50, daher den Einsatz v.a. bei gleichzeitigem Anbau von Sommergerste überdenken!

Winterweizen und Triticale

Wenn es die Temperaturen zulassen gegen Ackerfuchsschwanz: Atlantis Flex 0,2 - 0,330 kg/ha + Biopower 0,6 - 1,0 l/ha oder Atlantis Komplett 1,0 l/ha + 0,08 l/ha oder 0,22 kg/ha Broadway + 1,0 l/ha Netzmittel.


Körnererbsen:

Beim Anbau von Körnererbsen empfehlen wir eine Herbizid Maßnahme direkt nach der Saat und dem Walzen um einen guten Bodenschluss zu bekommen. Bewährt haben sich die Mittel Bandur, Spectrum Plus oder die Mischung aus Boxer und Stomp Aqua. Eine Mindestsaattiefe von 5 cm ist dabei unbedingt einzuhalten. Die Pflanzenschutzmaßnahme sollte innerhalb von 5 Tagen nach der Saat erfolgen.

Einsatz von Glyphosat

Unbedingt beachten:

Die Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung ist im September 2021 verkündet worden und somit in Kraft getreten.
Wichtige Änderung beim Einsatz von glyphosathaltigen Mitteln: Eine Anwendung im Wasserschutzgebiet (auch ogL), ab sofort verboten.
Wer vor der Saat der Sommerung mit Glyphosat abspritzen will (außerhalb WSG), kann dies flächig nur bei Mulch- oder Direktsaat machen.

Biodiversitätsstärkungsgesetz

Seit dem 1.1.2022 gilt im Naturschutzgebiet ein grundsätzliches Pestizidverbot auf allen Flächen.
Im Landwirtschafts- und Landeskulturgesetze Baden-Württemberg von 2020 wurde die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln für folgende Schutzgebiete neu geregelt:

LandschaftsschutzgebieteNatura 2000-Gebiete (FFH- und Vogelschutzgebiete), Kern- und Pflegezonen von Biosphärengebieten gesetzlich geschützte Biotope undNaturdenkmäler.

Hier gelten neben den allgemeinen Grundsätzen zum Integrierten Pflanzenschutz zusätzliche landesspezifische Vorgaben, als Intergrierter Pflanzenschutz Plus (IPS+) bezeichnet. Ziel ist, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf das absolut notwendige Maß zu beschränken.
In Baden-Württemberg sind rund 75 % der Antragsteller mit zumindest einem Schlag in einem vorgenannten Schutzgebiet und müssen sich an die Vorgaben zum IPS + halten.
Wenn Sie in FIONA im GIS den Reiter „Karten“ anklicken, dann unter „Umweltdaten“ gehen, können Sie sich die Schutzzonen einblenden lassen.

Informieren Sie sich schon jetzt, ob in Ihrem Betrieb Flächen in diesen Schutzzonen liegen.


Allgemeines

Dokumentationen

Düngebedarfsberechnungen für Stickstoff und Phosphat vor der ersten Düngung 2022 bis zum 31. März die Aufsummierung der Düngebedarfsberechungen für Stickstoff und Phosphat aus dem Vorjahr 2021Dokumentation aller Düngemaßnahmen, sowohl organische (z.B. Festmist und Gülle) als auch mineralische Düngungen bis spätestens 2 Tage nach der DüngungSpritzen - TÜV alle 3 Jahre

Bei der Kontrolle der Pflanzenschutzspritze unbedingt bei den Düsen prüfen, ob diese auch für 90% Abdriftminderung geeignet sind. Viele Pflanzenschutzmittel haben an Hecken, Gewässer und teilw. auf der gesamten Fläche Auflagen, mit verlustmindernden Düsen zu spritzen.




 

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