Biodiversität

Biodiversität heißt "biologische Vielfalt". Dabei geht es sowohl um Artenviefalt, die genetische Vielfalt als auch um Ökosysteme. Diese Vielfalt ist die Basis für fruchtbare Böden, den Wasserhaushalt, das Klima und letztendlich unsere Ernährung.



Netzwerk BiodivNetzBW   

Mit dem Biodiversitäts-Demobetrieben des BiodivNetzBW entstehen Musterbeispiele für Biodiversitätsmaßnahmen. Sie dienen als Anschauungsbetriebe für ökologische und konventionelle Landwirtschaft, sowie dem Fachaustausch. Dabei steht die Kombination von Biodiversitätsförderung und Nahrungsmittelproduktion im Vordergrund. Auch im Landkreis Reutlingen liegt ein Demobetrieb. Weitere Infos finden Sie unter https://rp.baden-wuerttemberg.de/themen/landwirtschaft/biodiversitaet-in-der-landwirtschaft/biodivnetzbw/


Mögliche Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität in der Landwirtschaft


Gemenge und Untersaaten

Mischkulturanbau/ Gemenge und Untersaaten erhöhen gezielt die Artenvielfalt auf einer Fläche. Unkräuter können unterdrückt und der Schädlingsdruck reduziert werden. Witterungsbedingte Ertragsschwankungen werden durch die unterschiedlichen Eigenschaften und Ansprüche der kombinierten Pflanzen im Gemenge oftmals ausgeglichen. Besonders bei Körnerleguminosen hat sich der Anbau als Mischkultur bewährt, z.B. Wintererbse und Triticale, Linsen und Gerste,... Eine Verwertung der Ernte bzw. spätere Trennung der Komponenten sollte jedoch stets vor dem Anbau abgeklärt werden.

https://www.demoneterbo.agrarpraxisforschung.de/index.php?id=326

Untersaaten können zudem einen Zeitvorteil bringen, da diese bei der Ernte der Hauptfrucht praktisch schon gesät sind und sich deren Stand- und Wachstumszeit verlängert. Ein großer Vorteil gerade bei uns in der Region, wo die Ernte meist viel später ist als auf anderen Standorten. Ein weiterer Vorteil für den Landwirt ist, dass weitere Bearbeitungsgänge nach der Ernte eingespart werden. 

https://ltz.landwirtschaft-bw.de/pb/,Len/Kulturpflanzen/Zwischenfruechte+und+Untersaaten

In der neuen FAKT-Förderperiode 2023 werden z.B. Mais-Stangenbohnen-Gemenge (E9) oder auch der Erweiterter Drillabstand mit blühender Untersaat im Getreide (E13.2) gezielt gefördert. 



Blühflächen und -streifen

Ein- oder mehrjährige Blühflächen und -streifen sind wertvolle Lebensräume für sämtliche Insekten, incl. Bestäuber und Nützlinge. Ein Beispiel: Erwachsene Schwebfliegen ernähren sich vom Nektar der Blühflächen. Zur Eiablage werden die angrenzenden Kulturen angeflogen, denn die Schwebfliegenlarven ernähren sich von Blattläusen. Eine Larve frisst mehrere hundert Läuse! 
Bestimmte Pflanzen in den Blühmischungen wirken sich positiv auf den Nährstoffhaushalt der Fläche aus, z.B. kann Buchweizen Phosphor aufschließen. 
Allerdings können mehrjährige Blühstreifen und -flächen den Landwirt bei der nachfolgenden Ackerbewirtschaftung vor eine Herausforderung im Hinblick der Verunkrautung stellen. 

In der neuen FAKT-Förderperiode 2023 werden z.B. mehrjährige Blühflächen (E8) oder Lebensräume für Niederwild (E7) gefördert. Alternativ kommt für Interessierte die ÖR1b in Betracht. 



Agroforst

Die gleichzeitige Nutzung von Ackerkulturen bzw. Grünland und Gehölzen auf einer Fläche - das ist Agroforstwirtschaft. Geschickt kombiniert ergeben sich nicht nur Vorteile für die Biodiversität. Auch im Hinblick auf Witterungsextreme im Zuge des Klimawandels können Agroforstsysteme Vorteile haben. In Trockenperioden verringert z.B. der Schutz der Bäume die Verdunstung und schafft ein eigenes Mikroklima. Nebenbei erschließen die tiefer wurzelnden Bäume zusätzliche Wasser- und Nährstoffreserven.  
Agroforstsysteme werden künftig über ÖR3 in der neuen GAP ab 2023 gefördert.
Weitergehende Infos:
https://www.praxis-agrar.de/pflanze/ackerbau/agroforstwirtschaft



Streuobst

Streuobstwiesen sind in unserem Landkreis weit verbreitet. Im Streuobst kommen so viele Tier- und Pflanzenarten vor wie in keinem anderen Ökosystem in Deutschland. Zum Erhalt ist eine regelmäßige Pflege der Bäume ist notwendig. Beim Landschaftserhaltungsverband erhalten Sie dazu weitere Informationen und Unterstützung. 

https://www.kreis-reutlingen.de/lev

https://streuobst.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite

https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/streuobst

Eine Bewirtschaftung von Streuobstflächen kann nach wie vor übers FAKT gefördert werden (C1). 


Weitere Maßnahmen und Übersichten finden Sie hier

https://rp.baden-wuerttemberg.de/themen/landwirtschaft/biodiversitaet-in-der-landwirtschaft/fachinformationen-zur-biodiversitaet-in-der-landwirtschaft/

Förderung von Insekten in der Landwirtschaft

Biodiversität und Insektenschutz in der Landwirtschaft

Bienenweidekatalog



Ansprechpartner zum Thema "Biodiversität in der Landwirtschaft" im Kreislandwirtschaftsamt Reutlingen:
A. Schrade, Tel.: 07381 - 9397 7369, Landwirtschaftsamt@kreis-reutlingen.de

 

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