Marktlage Pflanzlicher Bereich

pflanzliche Märkte

KW 18/22

 

Ölschrote extrem knapp und teuer 

Die Rohstoffe zur Herstellung von Schroten und Pflanzenöl sind außerordentlich knapp. Hinzu kommt die Verknappung der europäischen und auch der weltweiten Versorgung mit Ölsaaten, Schroten und Pflanzenöl aus der Schwarzmeerregion, hier insbesondere im Bereich Sonnenblumen. Und damit nicht genug: Infolge der Angst um die Versorgung der eigenen Bevölkerung hat Indonesien, der weltweit größte Produzent von Palmöl, vergangene Woche einen Exportstopp für verarbeitetes Palmöl und Palmölprodukte ausgesprochen. In Summe führt das zu einem enormen Preisdruck im Ölsaatensektor. 

Im Wirtschaftsjahr 2021/22 stehen im Moment für aller drei großen Ölsaaten überwiegend ungünstige Nachrichten im Raum. Die Rapsbilanz, die im Frühjahr 2021 noch recht optimistisch eingeschätzt wurde, zeigt sich nach einer dürrebedingten Missernte in Kanada, trotz Spitzenernte in Australien, am Ende deutlich defizitär. Einer Erzeugung von 71,2 Mio.t steht ein Verbrauch von 73 Mio.t gegenüber. Die Sojabilanz, die man im Sommer 2021 noch weit im Plus sah, hat sich durch die witterungsbedingt schlechte Ernte in Südamerika tief ins Minus bewegt. In Brasilien, Argentinien und Paraguay musste die Ernte von 206,5 Mio.t um mehr als 30 Mio.t bzw. minus 16% auf nur noch 172,7 Mio.t abwärts korrigiert werden. Die Sonnenblumenernte fiel zwar mit 57,3 Mio.t um rund 16% besser aus als im Vorjahr, der Krieg in der Ukraine führte aber faktisch zu einem Zusammenbruch der Versorgungsketten für Sonnenblumenschrote und –öle. 

Die Sojaschrotpreise bewegen sich derzeit aufgrund des Angebots an Bohnen aus der neuen Ernte in Südamerika eher seitwärts, verharren aber auf hohem Niveau. Gekauft wird nur für den vorderen Bedarf. Bei Importware wirkt zudem der schwache Euro als Preistreiber. Rapsschrot hingegen ist kaum noch ausreichend verfügbar. 

Im April wurde ein Erzeugereinkaufspreis für 43/44 er Sojaschrot bei 62 €/dt für Baden-Württemberg genannt. 48er HP-Schrot, welcher zu Jahresbeginn um 50 €/dt gelegen hatte, wurde im April bei 64,50 €/dt gesehen. Weiter außergewöhnlich teuer ist GVO-freier Schrot. Dieser kostete im April 87 €/dt. Für Rapsschrot wurde ein Preis bei 59,50 €/dt genannt. Und echte Entspannung scheint für vordere Ware kaum in Sicht zu sein. 

© W. Schmid, LEL Schwäbisch Gmünd
www.agrarmaerkte-bw.de

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