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Warndienst Nr. 05 - 2026
Maisherbizide
Die Maisbestände sind je nach Saatermin aufgelaufen bzw. bereits im Dreiblattstadium.
Teilweise können die Unkräuter auch durch den Einsatz von Striegel und Hacke reduziert werden, sofern es sich nicht um erosionsgefährdete Flächen handelt.
Seit Pfingsten sind auch auf der Albhochfläche Temperaturen über 30 C° zu verzeichnen. Gleichzeitig nimmt der Stress für die Pflanzen durch die zunehmende Trockenheit zu. Führen Sie daher möglichst in den nächsten Tagen eine Herbizidbehandlung durch. Regenfälle werden frühestens für das Wochenende prognostiziert.
Bei den aktuellen Bedingungen sollten Sie blattaktiv wirkende Mittel verwenden.
Sollten tatsächlich nennenswerte Niederschläge vorhergesagt werden, können Sie auch Bodenmittel einsetzen.
Mittel können Sie dem Heft „Integrierter Pflanzenschutz 2026 - Ackerbau und Grünland“ auf Seite 74 entnehmen.
Hinweis: Arrat hatte eine Aufbrauchfrist bis zum 07.11.2025 und darf daher nicht mehr aufgebraucht werden. Eventuelle Reste müssen fachgerecht entsorgt werden!
In den letzten Jahren sind verstärkt Hirsen aufgetreten. Eingesetzt werden können:
1,0 l/ha Spectrum + 1,25 l/ha MaisTer Power oder
2,5 l/ha Spectrum Plus + 1,0 l/ha Maister Power oder
1,0 l/ha Spectrum + 1,25 l/ha Elumis + 20 g/ha Peak oder
1,0 l/ha MaisTer Power + 1,0 l/ha Laudis + 0,5 l/ha Valentina oder
3,0 l/ha Spectrum Plus + 0,3 l/ha Arigo + 0,3 l/ha FHS
Alle Mischungen zwischen dem 2 - 4-Blattstadium des Maises einsetzen.
Spectrum und Spectrum Plus haben eine Bodenwirkung, MaisTer Power wirkt teilweise über den Boden.
Bitte beachten Sie die Auflagen zu Nicosulfuron, d.h. eine Anwendung von z.B. Samson 4 SC, Nicogan, Elumis, Kelvin Ultra etc. nur einmal in zwei Jahren auf der gleichen Fläche!
Zudem dürfen in Wasserschutzgebieten generell keine terbutylazinhaltigen Maisherbizide eingesetzt werden. Hierzu werden Kontrollen in den Wasserschutzgebieten durchgeführt!
Distelbekämpfung
Disteln können bei Bedarf im Getreide mit dem Wirkstoff MCPA bis zum Fahnenblattstadium eingesetzt werden. Ein späterer Einsatz ist nicht zugelassen und kann Schäden an den Kulturpflanzen verursachen!
Im Mais können gegen Disteln Effigo, Lontrel 720 SG oder Vivendi 100 eingesetzt werden. Allerdings ist hierfür eine Distelhöhe von 15 - 20 cm erforderlich. Daher muss oftmals eine separate Behandlung durchgeführt werden.
Sofern sich die Befallsstellen klar abgrenzen lassen, dürfen nur die betroffenen Stellen der Schläge gegen Disteln in IPS-Plus-Gebieten behandelt werden.
Winterweizen-Fungizide
Die Bestände sind aktuell noch sehr gesund. Da es bereits im April trocken war und die Nächte lange kühl waren, gab es keine günstigen Bedingungen für Pilzkrankheiten. Die sehr hohen Temperaturen helfen momentan gegen die Pilze.
Legen Sie auf www.isip.de einen Schlag zur Entscheidungsfindung der Fungizidanwendung an. Dennoch ist es erforderlich, Ihre Bestände regelmäßig zu kontrollieren, ob eine Behandlung notwendig ist.
Wichtig ist bei problematischen Vorfrüchten wie Mais Fusarium.
Eine Bekämpfung mit Fungiziden gelingt nur während der Blüte, d. h. wenn die grünen Staubbeutel sichtbar sind. Vor diesem Zeitpunkt und nach der Blüte haben die Fungizide keine Wirkung gegen Fusarium.
Beachten Sie auch, dass nicht alle Fungizide eine Fusariumwirkung haben. Geeignete Mittel können Sie dem Heft „Integrierter Pflanzenschutz 2026 - Ackerbau und Grünland“ auf den Seiten 58 - 61 entnehmen.
Eventuell kann mit einer Fungizidanwendung bis zur Weizenblüte gewartet werden, so dass eine Anwendung ausreicht. Dies entscheidet die Witterung der nächsten Wochen.
Wenn Sie die FAKT-Maßnahme E12 Fungizidverzicht in Winterweizen-, -dinkel, -triticaleanbau beantragt haben, dürfen Sie bis zum Ährenschieben in EC 49 keine Fungizidanwendung durchführen.
Sommergerste-Fungizide
Hauptkrankheit in der Sommergerste ist die Ramularia. Diese tritt fast jedes Jahr auf, so dass eine Bekämpfung notwendig wird.
Verwenden Sie hierfür Mittel im Heft „Integrierter Pflanzenschutz 2026 - Ackerbau und Grünland“ auf den Seiten 58 - 61. Mischen Sie unbedingt 1,5 l/ha Folpan 500 SC hinzu.
Ein günstiger Zeitpunkt für die Behandlung ist das Grannenspitzen der Gerste.
IPS-Plus - Spritzfenster
Denken Sie daran, dass in IPS-Plus-Gebieten pro Bewirtschaftungseinheit ein Spritzfenster angelegt werden muss. Dieses muss mindestens 10 m lang und 5 m breit und mit Stäben markiert sein.
abdriftmindernde Düsen
In IPS-Plus-Gebieten ist der Einsatz von Düsen vorgeschrieben, die bei einem Druck von mindestens 2 Bar eine Abdriftminderung von 90% und höher erreichen. Tauschen Sie gegebenenfalls Ihre Düsen durch geeignete aus.
Beachten Sie zudem, dass der maximal Abstand des Gestänges zur Zielfläche nicht größer als 50 cm betragen darf.
Pflanzenschutzdokumentation
Beachten Sie die neuen Anforderungen zur Pflanzenschutzdokumentation. Informationen hierzu finden Sie auf dem LTZ-Merkblatt:
https://ltz.landwirtschaft-bw.de/site/pbs-bw-mlr-root/get/documents_E-805393053/MLR.LEL/PB5Documents/ltz_ka/Arbeitsfelder/Pflanzenschutz/Rechtliche%20Vorgaben/Merkblatt_Pflanzenschutzdokumentation.pdf
Verwenden Sie für die erhöhten Anforderungen der Pflanzenschutzdokumentation eine aktuelle, kostenpflichtige Ackerschlagkartei, welche alle erforderlichen Parameter rechtssicher dokumentiert.
Alternativ steht allen Pflanzenschutzanwendern in Baden-Württemberg für die Pflanzenschutzdokumentation das kostenlose Programm PSM-DOK auf der Internetseite www.psmdok.de zur Verfügung.