Warndienst Nr. 06 - 2026

Kartoffelkäfer

Die ersten Kartoffelkäfer sind nun aufgetreten. Schauen Sie in Ihre Bestände, ob eine Bekämpfung erforderlich ist. Keine vorbeugende Bekämpfung durchführen!

Wichtig ist eine Bekämpfung im frühen Larvenstadium. Es sollte mit 600 l/ha Wasser gefahren werden, um eine gute Benetzung der Blätter zu erreichen.

Gegen Pyrethroide wie z.B. Karate Zeon, Lambda WG etc. bestehen oftmals Resistenzen. 


Möglich sind:

60 ml/ha Coragen/Voliam/Sehenzi 200 SC (max. 2 Anwendungen; 14 Tage Abstand zwischen den Anwendungen) oder

60 ml/ha Cosayr (max. 2 Anwendungen; 7 Tage Abstand zwischen den Anwendungen) oder

125 ml/ha Carnadine 200 (max. 1 Anwendung) oder 

125 g/ha Mospilan SG/Danjiri (max. 2 Anwendungen; 14 Tage Abstand zwischen den Anwendungen; in Kombination mit Revus Top, Belanty und Narita XL ändert sich die Einstufung der Bienengefährlichkeit in „B1“ sehr bienengefährlich!) oder

2,5 l/ha Neem Azal TS (max. 2 Anwendungen; 7 Tage Abstand zwischen den Anwendungen)

Neem Azal ist auch im Biobereich zugelassen. Die Mittelkosten je ha sind sehr hoch. Keine Anwendung bei Temperaturen über 20 C°. Eine Anwendung sollte in den Morgen- oder Abendstunden erfolgen, am besten bei bedecktem Himmel, auf keinem Fall bei prallem Sonnenschein! Die Anwendung muss früh bei Auftreten der ersten Larven erfolgen, weiter entwickelte Larven werden nur unzureichend bekämpft.

 

 

Kartoffel-Krautfäule

Aufgrund der Niederschläge der letzten Woche und der nun einsetzenden wärmeren Lufttemperaturen könnte es nun zu Krautfäuleinfektionen kommen.

Ob und wann eine Behandlung auf Ihren Schlägen notwendig wird, können Sie auf www.isip.de nachschauen. Legen Sie hierzu Kartoffelschläge in ISIP an. Das Programm berechnet anhand der Daten der nächsten Wetterstation, ab wann rechnerisch eine Krautfäulebehandlung erforderlich ist. Schauen Sie jedoch immer auch Ihre Bestände an, ob ein Auftreten von Krautfäule oder Alternaria zu sehen ist.

Wenn eine Behandlung notwendig sein sollte, müssen für die Ausbringung der         Fungizide die Kartoffelbestände soweit abgetrocknet sein. Im Kreisgebiet werden      hauptsächlich kleine Kartoffelschläge angelegt, daher erfolgen nur Empfehlungen für Gebinde mit kleineren Packungsgrößen. 

 

Möglich sind:

 

0,25 l/ha Zorvec Entecta (max. 3 Anwendungen, als 1 l-Pack erhältlich) oder

 

0,6 l/ha Revus Top (max. 3 Anwendungen, als 1-Liter Pack erhältlich, kann auch zur 

Alternariabekämpfung eingesetzt werden) oder

0,5 l/ha Ranman Top (max. 6 Anwendungen, als 1-Liter Pack erhältlich

Beachten Sie, dass eine Kombination zur Krautfäule- bzw. Alternariabekämpfung mit den Mitteln Revus Top, Belanty und Narita XL mit Mospilan, Danjiri und Carnadine 200 zu einer Änderung der Einstufung der Bienengefährlichkeit hin zu B1 führt!

 

abdriftmindernde Düsen

In IPS-Plus-Gebieten ist der Einsatz von Düsen vorgeschrieben, die bei einem Druck von mindestens 2 Bar eine Abdriftminderung von 90% und höher erreichen. Tauschen Sie gegebenenfalls Ihre Düsen durch geeignete aus.

Beachten Sie zudem, dass der maximal Abstand des Gestänges zur Zielfläche nicht größer als 50 cm betragen darf.

 

 

Vorratslagerschutz

Vor der Getreideernte sollten die Getreideläger sorgfältig gereinigt werden. Schauen Sie insbesondere auf einzelne Körner in Ritzen und Fugen und entfernen diese z.B. mit Hilfe eine Industriestaubsaugers. Grund hierfür ist, dass der Kornkäfer nach der Reinigung des Lagers gezielt noch vorhandene Getreidekörner aufsucht. Diese reichen ihm als Nahrung, bis das Lager wieder aufgefüllt wird. 

Altes Getreide sollte grundsätzlich nicht überlagert werden. Reinigen Sie das Getreidelager vor der Einlagerung der neuen Ernte gründlich.

 

Mittel zur Bekämpfung können Sie dem Heft „Integrierter Pflanzenschutz - Ackerbau und Grünland 2026“ auf Seite 23 entnehmen.

 

 

Pflanzenschutzdokumentation

Beachten Sie die neuen Anforderungen zur Pflanzenschutzdokumentation. Informationen hierzu finden Sie auf dem LTZ-Merkblatt:

https://ltz.landwirtschaft-bw.de/site/pbs-bw-mlr-root/get/documents_E-805393053/MLR.LEL/PB5Documents/ltz_ka/Arbeitsfelder/Pflanzenschutz/Rechtliche%20Vorgaben/Merkblatt_Pflanzenschutzdokumentation.pdf

Verwenden Sie für die erhöhten Anforderungen der Pflanzenschutzdokumentation eine aktuelle, kostenpflichtige Ackerschlagkartei, welche alle erforderlichen Parameter rechtssicher dokumentiert.

Alternativ steht allen Pflanzenschutzanwendern in Baden-Württemberg für die Pflanzenschutzdokumentation das kostenlose Programm PSM-DOK auf der Internetseite www.psmdok.de zur Verfügung. 

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