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Fachinformationen

Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz - Ackerbau

Kreislandwirtschaftsamt Münsingen

09.08.2019

Warndienst Nr. 8


19.06.2019

Warndienst Nr. 7


06.06.2019

Warndienst Nr. 6


03.05.2019

Warndienst Nr. 5


23.04.2019

Warndienst Nr. 4


15.04.2019

Warndienst Nr. 3


27.02.2019

Warndienst Nr. 1


Widerruf der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff
Picoxystrobin zum 30. November 2017
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat die Zulassung aller Pflanzenschutzmittel mit dem
Wirkstoff Picoxystrobin zum 30. November 2017 antragsgemäß widerrufen. Es handelt sich um folgende
Pflanzenschutzmittel:
- Acanto (Zulassungsnummer 024658-00)
- ACANTO Prima (005769-00)
- CREDO (006542-00)
- InnoProtect CREDO (006542-60)
Nach dem Widerruf gilt eine Abverkaufsfrist bis zum 30. Mai 2018 für Ware, die sich zum Widerrufstermin bereits im
freien Verkauf befindet, und eine Aufbrauchfrist bis zum 30. November 2018. Diese Fristen ergeben sich aus dem
Pflanzenschutzgesetz und der Durchführungsverordnung (EU) 2017/1455. Nach Ende der Aufbrauchfrist sind eventuelle
Reste entsorgungspflichtig.
Der Widerruf gilt mit denselben Fristen auch für zugehörige Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels.

Pflanzenschutzmittelverbot auf ÖVF gilt ab 2018!

Nach Auskunft des MLR wird das Verbot des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln für als ÖVF angemeldete Flächen (u.a. auch Leguminosen) für das Antragsjahr betrachtet. 

Eine Anwendung unmittelbar vor der Aussaat im Frühjahr ist somit auf diesen Flächen nicht möglich.

 

Wichtige Änderungen:

Beachte neue Anwendungsbestimmungen beim Einsatz von Mitteln mit Wirkstoffen Pendimethalin und Prosulfocarb:

Das Mittel ist mit einem Wasseraufwand von mindestens 300 l/ha auszubringen. Die Anwendung des Mittels muss mit einem Gerät erfolgen, das in das Verzeichnis "Verlustmindernde Geräte" vom 14. Oktober 1993 (Bundesanzeiger Nr. 205, S. 9780) in der jeweils geltenden Fassung, mindestens in die Abdriftminderungsklasse 90 % eingetragen ist. Abweichend von den Vorgaben im Verzeichnis "Verlustmindernde Geräte" sind die Verwendungsbestimmungen auf der gesamten zu behandelnden Fläche einzuhalten. 

• Die Fahrgeschwindigkeit bei der Ausbringung darf 7,5 km/h nicht überschreiten.

• Die Windgeschwindigkeit darf bei der Ausbringung des Mittels 3 m/s nicht überschreiten. 

Die neuen Anwendungsbestimmungen gelten für alle zugelassenen Pflanzenschutzmittel, die die Wirkstoffe Pendimethalin bzw. Prosulfocarb enthalten, und für alle Anwendungsgebiete: 

Zul.-Nr. Bezeichnung Wirkstoff(e) 

005017-00 Picona (Pendimethalin + Picolinafen) 

005958-00 Stomp Aqua (Pendimethalin) 

005958-60 Stomp Raps (Pendimethalin) 

006180-00 Activus (Pendimethalin) 

006797-00 Trinity (Chlortoluron + Diflufenican + Pendimethalin) 

006839-00 ACTIVUS SC (Pendimethalin) 

006839-60 InnoProtect Pendi 400 SC (Pendimethalin) 

006840-00 ADDITION (Diflufenican + Pendimethalin) 

024834-00 Malibu (Flufenacet + Pendimethalin) 

033838-00 Boxer (Prosulfocarb) 

033838-60 Filon (Prosulfocarb) 

005017-00 Picona (Pendimethalin + Picolinafen)

Biscaya

Die Anordnung des Ruhens für die Anwendung gegen die Kohlschotenmücke im Raps wurde aufgehoben. Bei den Anwendungen gegen beißende Insekten in Raps sowie gegen Rapsglanzkäfer in Senf wurde die Beschränkung "bis Kulturstadium BBCH 59" wieder aufgehoben.

Neue Erkenntnisse: 

Bei der Kombination Insektizid – Fungizid sind vor allem Biscaya + Mirage 45 EC (Prochloraz) sowie Steward + Azolfungizid im Labor durch hohe Mortalität aufgefallen und führten auch im Halbfreiland zu einem deutlichen Anstieg der Mortalität und sollten bis zur Klärung durch Freilandversuche für Blütenbehandlungen nicht gemischt werden. Eine getrennte Ausbringung innerhalb von 3 Tagen ist in der Wirkung der Tankmischung vergleichbar und sollte ebenfalls unterbleiben. Andere Mischungen von Biscaya mit z.B. Cantus Gold sind hingegen unproblematisch.

Verlängerung der Glyphosat-Genehmigung

Die Europäische Kommission hat die Genehmigung von Glyphosat als Wirkstoff von Pflanzenschutzmitteln verlängert bis die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) die Einstufung hinsichtlich der Gefährlichkeitsmerkmale aktualisiert hat (Vorlage des Ergebnisses des Risikobewertungsausschusses der ECHA plus 6 Monate), längstens jedoch bis zum 31. Dezember 2017. Es handelt sich dabei um die Verlängerung der bestehenden Genehmigung. Die Entscheidung über die Erneuerung der Genehmigung ist damit auf das nächste Jahr verschoben.
 

Zulassungssituation Isoproturon (Arelon flüssig, Portugan..) und Triasulfuron (Zoom)

Das BVL hat die Pflanzenschutzmittelzulassungen mit den Wirkstoffen Isoproturon und Triasulfuron zum 30.09.2016 widerrufen. Nach dem Widerruf gilt eine Abverkaufsfrist bis zum 30.03.2017 und eine Aufbrauchsfrist bis zum 30.09.2017. Dies bedeutet, dass im Herbst 2017 in Wintergetreide keine Anwendung mehr stattfinden kann (außer bei sehr früher Saat). 

Bei Fenikan endet die Zulassung durch Zeitablauf am 30.06.2016, hier gilt eine Abverkaufsfrist bis zum 30.12.2016 und eine Aufbrauchsfrist bis zum 30.09.2017.

Bezeichnung Wirkstoff(e)
Protugan Isoproturon
Isofox Bifenox+Isoproturon
InnoProtect Isofox Bifenox+Isoproturon
Solar Bromoxynil+Isoproturon
Herbaflex Beflubutamid+Isoproturon
Arelon Flüssig Isoproturon
Zoom Dicamba+Triasulfuron

Neue Mindestabstände bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zur Wohnbebauung etc.

Das BVL hat die Mindestabstände bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu Flächen, die von der Allgemeinheit genutzt werden, zu Wohnbebauungen, zu Gärten und zu unbeteiligten Dritten auf benachbarten Wegen neu festgelegt. Bei Flächenkulturen gelten jetzt 2m Mindestabstand und bei Raumkulturen 5 m. 

Mais

Für den Mais wird derzeit eine Spurennährstoffbeize empfohlen, die nachträglich vom Landwirt im Betonmischer angebeizt werden kann. Sofern der Mais bereits mit Mesurol gebeizt wurde, kann es zu einem hohen Abrieb und damit zu einer hohen Beizstaubbelastung kommen. Alle Bemühungen, den Beizstaub zu reduzieren werden damit zunichte gemacht. Von einer nachträglichen Behandlung mit dieser Spurennährstoffbeize ist daher dringend abzuraten.

Nach Informationen des Produktmanagers von BayerCropScience für Beizmittel liegt bei den untersuchten Proben der Heubachwert zwischen 4 – 5 g/ 100.000 Körner (zulässig sind: 0,75 g/100.000 Körner).

Das Problem ist, dass das Produkt nachträglich angebeizt wurde.

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Nährstoffvergleich bis 31.03.

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Grundbodenuntersuchungen alle 6 Jahre


Änderungen der Anwendungsbestimmungen von Glyphosat bei Getreide und Clomazone in Raps

1. Glyphosat in Getreidekulturen: Die maximale Wirkstoffmenge, die pro Jahr auf der gleichen Fläche ausgebracht werden darf, wird auf 3,6 kg Wirkstoff/ha begrenzt. Dies entspricht 2 Behandlungen z.B. mit Roundup Ultra max mit der vollen Aufwandmenge. Neu ist auch, dass die ausgebrachte Wirkstoffmenge zählt, das heißt verschiedene Anwendungsbereiche auf der gleichen Fläche werden zusammengezählt.

Ferner wird die Vorerntebehandlung beschränkt. Spätverunkrautung darf nicht mehr auf der gesamten Fläche behandelt werden, sondern nur noch in lagernden Beständen, die ansonsten nicht beerntbar sind. Sikkation nur noch möglich, wenn durch starkem Zwiewuchs in lagernden oder stehenden Beständen eine Beerntung nicht möglich ist. Dies gilt nur für Getreidekulturen! In Raps, Erbsen, Ackerbohnen und Lein ist die Sikkation auf der Gesamtfläche noch immer möglich!

2. Für Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Clomazone wurden neue Mindestabstände festgelegt. Die Anwendungsbestimmung NT 151 für die Anwendung in Winterraps mit Mindestabständen von 100 m zu Ortschaften, Haus- und Kleingärten sowie Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind, wird aufgehoben. Künftig gilt eine neue Anwendungsbestimmung (NT 155) und zwar für alle Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Clomazone:

"Bei der Anwendung des Mittels ist ein Abstand von 50 m zu Ortschaften, Haus- und Kleingärten, Flächen mit bekannt clomazone-sensiblen Anbaukulturen (z.B. Gemüse, Beerenobst) und Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind, einzuhalten. Dieser Abstand ist ebenso einzuhalten zu Flächen, auf denen gemäß der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 (Ökoverordnung) und gemäß der Verordnung über diätetische Lebensmittel (Diätverordnung) produziert wird. Zu allen übrigen angrenzenden Flächen (ausgenommen Flächen, die mit Winterraps, Getreide, Mais oder Zuckerrüben bestellt wurden, sowie bereits abgeerntete Flächen wie z.B. Stoppelfelder) ist ein Abstand von mindestens 5 m einzuhalten."


Fortbildungspflicht von sachkundigen Personen im Pflanzenschutz

 

Alle Sachkundigen sind verpflichtet, jeweils innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren an einer anerkannten Fortbildungsmaßnahme teilzunehmen. Für Sachkundige, die am 14. Februar 2012 sachkundig waren, hat die erste Dreijahresfrist zur Fortbildung bereits am 1. Januar 2013 begonnen und endet am 31. Dezember 2015. Für alle Sachkundigen, die nach dem 14. Februar 2012 sachkundig geworden sind oder es noch werden, beginnt der Dreijahreszeitraum ab dem Tag der ersten Ausstellung des Sachkundenachweises.

 

Die Fortbildungspflicht ist erfüllt, wenn im vorgegebenen Fortbildungszeitraum von drei Jahren insgesamt 4 Stunden Fortbildung absolviert wurden.

 

Bei unseren Abendveranstaltungen "Aktuelles im Pflanzenschutz und Düngung" teilen wir die Fortbildung in zwei zeitlich getrennte Module mit je zwei Stunden auf (Bsp.: Teil 1 im Jahr 2014, Teil 2 im Jahr 2015, oder Teil 1 bei der Veranstaltung "Akteulles im Pflanzenschutz und Düngung" und Teil 2 am "Pflanzenbautag" oder bei einer weiteren Veranstaltung im Laufe der Jahre). 

 


Prüfung von Pflanzenschutzgeräten

 

Die neue Pflanzenschutzgeräteverordnung ist am 6. Juli 2013 in Kraft getreten. In Gebrauch befindliche Pflanzenschutzgeräte müssen ab sofort alle drei Jahre (sechs Kalenderhalbjahren) in einer amtlich anerkannten Kontrollwerkstätte geprüft werden.

 

Prüfung im                                                   Nächste Prüfung bis Ablauf

1. Halbjahr 2011                                 1. Halbjahr 2014 - 30.06.2014

2. Halbjahr 2011                                 2. Halbjahr 2014 - 31.12.2014

1. Halbjahr 2012                                 1. Halbjahr 2015 - 30.06.2015

2. Halbjahr 2012                                 2. Halbjahr 2015 - 31.12.2015

1. Halbjahr 2013                                 1. Halbjahr 2016 - 30.06.2016

2. Halbjahr 2013                                 2. Halbjahr 2016 - 31.12.2016

 

Ausgenommen von der Kontrollpflicht sind handgehaltene sowie schulter- und rückentragbare Pflanzenschutzgeräte: Sprühflaschen, Druckspeicherspritzen, Streichgeräte oder Spritzgeräte ohne Rotationszerstäuber, handbetätigte oder motorbetriebene Rückenspritzgeräte u.ä.

 

Pflanzenschutzgeräte, die bis zum 31. Dezember 2020 erstmals und dann nach jeweils drei Jahren geprüft werden müssen: stationäre und mobile Beizgeräte, Granulatstreugeräte, von einer Person gezogene oder geschobene Streichgeräte oder Bodenentseuchungsgeräte o.ä.

  

Feldspritze: Zu Beginn der Spritzsaison sollten die Feldspritzen ausgelitert werden. Dazu sollte die Fahrgeschwindigkeit ebenfalls gemessen werden, so dass möglichst keine Restmengen nach dem Spritzvorgang entstehen. Als Anhaltspunkte können die Einstellungen von Wasseraufwand, Fahrgeschwindigkeit, Düsengröße und Spritzdruck aus der Universaldüsentabelle des LTZ Augustenberg (in der Mitte des Hefts: Pflanzenproduktion 2015: Sorten und Pflanzenschutz in Ackerbau und Grünland) entnommen werden.

  


Herbizidanwendungen in Nichtkulturland nach §12 Pflanzenschutzgesetz vom 06.02.2012

 

Es wird verstärkt darauf hingewiesen, dass die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf nicht landwirtschaftlich, gärtnerisch oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen (v.a. Wege und Randstreifen) verboten ist.

 


Dokumentationspflicht im Pflanzenschutz

Denken Sie an Ihre zeitnahe Dokumentation der Pflanzenschutzbehandlungen.

Es müssen folgende Daten aufgezeichnet werden:

  • Name des Anwenders
  • Kultur
  • Anwendungsfläche
  • Anwendungszeitpunkt
  • Bezeichnung des Pflanzenschutzmittels
  • Aufwandmenge

Die im Link folgende Vorlage kann verwendet werden hier

Diese Aufzeichnungen sind in den drei auf die Anwendung folgenden Kalenderjahren aufzubewahren.

 


Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

Rückfragen an Christoph Schrade 07381/9397-7372 oder Wendelin Heilig 07381/9397-7371


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